Ich sage NEIN zu Google Analytics!

Veröffentlicht von am Jul 27, 2008 in Drupal | 8 Kommentare

Als ich vor rund einem Jahr Google Analytics kennen lernte, war ich als Ingenieur von dem Werzeug einfach begeistert. Wie man auf so einfache und elegante Weise Daten über das Nutzungsverhalten einer Website zusammentragen kann – toll!

Anmerkung: Wer es nicht kennt: Man baut einen kleinen Javascript-Codeschnipsel in die eigene Website, legt einen Google Analytics-Account an und "ab sofort" meldet die eigene Website die seitenaufrufe an den Server. der erstellt dann jede menge Metriken über das Nutzungsverhalten der Besucher. In Drupal hilft dabei google_analytics.module.

Aber all die Zeit beschlich mich ein ungutes Gefühl dabei, die Seitenaufrufe meiner Websites "ohne Not" an einen amerikanischen Datensammler zu liefern, über dessen Gier nach daten hinreichend oft berichtet wird. Während ich allerlei Infos zu den Besuchern meiner Website bekomme, erhält Google die Infos zu nahezu allen Seiten eines Benutzers (bei entsprechend großer Installationsbasis dieses Werkzeugs). Und Google kann zielgenaue Werbeprofile (und noch viel mehr) zu den Benutzern erstellen.

Auch bei Heise Online findet sich ein aufschlussreicher Artikel Datenschutzbeauftragte kritisieren Google Analytics, in dem Thilo Weichert, der Landesdatenschutzbeauftragter von Schleswig-Holstein und Leiter des Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holsteins (ULD) ziztiert wird, der jüngst einige Websites untersuchen lies:

Wir waren verblüfft und schockiert, wie weit Google Analytics auch in Schleswig-Holstein verbreitet ist. Renommierte Medien- und Internetunternehmen gehören zu deren Nutzern ebenso wie viele Anbieter aus der Tourismus- und der Dienstleistungsbranche; ja politische Parteien, öffentliche Stellen des Landes und Hochschulen setzen den kostenlosen, aber datenschutzwidrigen Service ein.

Nun überlegte ich, ob ich entweder auf meiner Website ausweisen sollte, dass ich Google Analytics zur Generierung von Website-Statistiken einsetze, oder die ganze Google Analytics-Datensammlung einfach deaktiviere.Ich habe mich ziemlich schnell für die letztere Alternative entschieden. Und habe beschlossen, dass ich auch kein alternatives Produkt einsetzen werde.

Auf meinen Websites surft Ihr also "meldefrei"!

Jeder Betreiber einer Website sollte deutlich sichtbar machen, wenn er Google Analytics oder ein anderes Analyse-Werkzeug einsetzt, insbesondere wenn nicht-anonymisierte Daten gespeichert oder sogar an Dritte weitergegeben werden.

PS: Weitere Infos zum Thema "Google Analytics und Datenschutz findet Ihr hier:

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8 Kommentare

  1. Dino Conte
    28. Juli 2008

    ->Man baut einen kleinen Javascript-Codeschnipsel in die eigene Website, legt einen Google Analytics-Account an und “ab sofort” meldet die eigene Website die seitenaufrufe an den Server.-<

    Man legt erst den Account an, und baut dann den Code ein, davor kennt man diesen bzw. die Tracking-ID ja noch nicht.

    ->Nun überlegte ich, ob ich entweder auf meiner Website ausweisen sollte, dass ich Google Analytics zur Generierung von Website-Statistiken einsetze, oder die ganze Google Analytics-Datensammlung einfach deaktiviere.<-

    Dies hättest Du sofort bei Beginn der Nutzung tun sollen. Die AGB von Google Analytics sagen Dir das.

    Gruss, Dino

    Antworten
  2. Dirk
    29. Juli 2008

    Danke Dino.

    Gruß, Dirk

    Antworten
  3. ozon
    28. Juli 2008

    Hallo, auch mir ist Google Analytics zuwieder. Das grösste Problem ist ja das die Daten an dritte übertragen werden was in Deutschland ja nicht so ohne weiteres erlaubt ist. Um dennoch eine so schicke Analyse zu haben wie Google Analytics sie bietet, habe ich folgendes Tool entdeckt.

    piwik ist eine OpenSource Lösung welche man sich local auf dem Webserver installieren kann. Im Backend hat man die Daten nun so ausbereitet wie Google Analytics das bietet. Nur das die Daten eben lokal auf dem eigenen Server liegen ;). Dafür gibt es auch ein Drupal Modul was einen die Arbeit abnimmt. piwik bietet auch eine API was den Programmierer freut ;).

    Am besten du schaust dir mal die Demo zu piwik an – die sagt alles. http://piwik.org/demo/index.php?module=CoreHome&action=index&idSite=1&period=day&date=yesterday

    Das Tool macht einfach Spass. Ich plane auch zu dem Übernächsten DrupalTalk ..oder vileicht auch schon diesen Dienstag einen Dojo darüber zu machen.

    Antworten
  4. Dirk
    29. Juli 2008

    Interessante Alternative – danke für den Tipp. Die Demo ist ja schon beeindruckend.

    Zunächst werde ich erstmal abwarten, wie wichtig mir diese Daten überhaupt bei meinen Seiten sind. Alle wichtigen Infos (wie viele Seitenarufe zu einem Beitrag) liefert mir ja schon das statistics.module aus Drupal Core.

    Antworten
  5. Jonas Elbers
    4. November 2009

    Vielen Dank für diesen Tipp, ich war schon länger auf der Suche nach einer Alternative zu Google Analytics. Piwik scheint mir als Ersatz sehr geeignet zu sein. Aber das wird sich im Langzeittest zeigen.

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  6. Guest
    22. November 2009

    Hallo ozon,

    bin hier ganz Deiner Meinung. Und da Du GoogleAnalytics ablehnst: hättest Du vielleicht einen Tip für mich, wie ich dieses Spionage-Tool (in Mozilla Firefox u. a.) dauerhaft blockieren könnte – egal, welche Website angezeigt wird? Vielleicht gibt es ja bereits diesbezüglich auch diverse Tools …

    Für einen schnellen heißen Tip an meine Email-Adresse klaus.will@freenet.de möchte ich Dir bereits an dieser Stelle danken.

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  7. longear
    19. Oktober 2008

    Hi,

    im Moment verfolge ich interessiert das Thema Goggle Analytics & Co. Habe aber bisher noch nichts darüber gelesen, dass en Mass kostenlose Besucherzähler angeboten werden, die die gleichen Daten sammeln. Diese werden aber ‘nicht an Dritte weiter gegeben’. Na, wer’s glaubt… Ich nicht! Jedenfalls ist meine Homepage ‘Tracking free’, was ich auch angebe!

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  8. Dirk
    20. Oktober 2008

    Das mit dem “Glauben” ist so eine Sache. Jedenfalls liegt man bei Open Souce-Alternativen auf der guten Seite (ich meine Nicht Freeware etc.), man kann sich zum den Sourcecode ansehen und prüfen, ob irgendwelche Infos “nach Hause” gesendet werden. Und man ist damit nicht allein, da ja sicher mehrere Leute auf den Code gucken…

    Ich persönlich brauche diese Analyse auf meiner Homepage jedenfalls nicht. Anders sieht es sicher bei E-Commerce-Websites aus, die schon wissen wollen/müssen, wer auf Ihre Homepage findet und zum Käufer/Kunden wird – und wer eben nicht. Aber in keinem Fall sollte man Google (oder andere Anbieter mit “zweiten Standbeinen”) dafür nutzen.

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