VirtualBox: Plattenplatz verdoppeln in 30 Minuten
Vor einiger Zeit habe ich mir mit VirtualBox einen virtuellen Windows-PC eingerichtet und ihm eine virtuelle Festplatte mit satten 5GB Platz spendiert. Das war auch das Maximum, was ich wegen knapper Ressourcen auf dem Notebook investieren konnte.
Mittlerweile habe ich ein volles Laufwerk C: (Allein für einen Lotus Domino Administrator gehen inkl. Mail-Datenbank ~1GB “verloren”). Nun war Handeln angesagt. Leider ist es m.E. nicht möglich, eine virtuelle Festplattendatei (VDI) mit VirtualBox-Bordmitteln zu vergrößern. Aber das war kein Problem.
Ich legt ein neues VDI-File mit 10GB Platz an (dynamisch wachsend), holte mir die [GRML-Live CD (medium)](http://grml.org/download/) und legte eine neue virtuelle Maschine an. Diese bootet von dem LiveCD-Image und bindet das bisherige Windows-VDI-File (als /dev/sda) sowie das neu angelegte VDI-File (als /dev/sdb) als Festplatten ein. Diese virtuelle Maschine wird gestartet und dann im GRML-Linux der Inhalt der bisherigen “Platte” au die neue “Platte” kopiert:
dd if=/dev/sda of=/dev/sdb bs=512
Nach ~15min war das erledigt. Nun kann der virtuelle GRML-Rechner wieder heruntergefahren werden.
Nun muss die Partition in der neuen virtuellen Festplatte noch vergrößert werden.
Als nächstes habe ich also die neue Platte zu dem bestehenden virtuellen Windows-PC als “Primary Slave” hinzugefügt und die virtuelle Maschine gestartet. Nun eine DOS-Box im virtuellen Rechner öffnen und mit diskpart die Partition vergrößern:
c:>diskpart
diskpart> select disk 1
diskpart> select volume 2
diskpart> extend
...
diskpart> exit
Nun kann der virtuelle Windows-Rechner herunter gefahren werden. Das bisherige VDI-File wird ausgehängt und statt dessen das Neue als “Primary Master” angemeldet.
Fertig.
PS: Ich hätte statt der GRML-LiveCD natürlich auch eine [GParted-LiveCD](http://gparted.sourceforge.net/livecd.php) nehmen können und mir damit die Basteleien mit diskpart erspart. Allerdings hinterlässt GParted ein modifiziertes NTFS-Image mit dem Dirty-Flag und beim nächsten Windows-Start spring checkdisk an. Und ob ich das Ganze dann in 30min geschafft hätte…








5 Kommentare
Kay
14. Februar 2009Hi Dirk, sehr interressant und nachvollziehbar. Hab ich gleich zu meinen Links genommen. BG Kay
Danny
18. Februar 2009hi dirk, weist du ob und wenn ja wie man in einer virtualbox maschine ganze partitionen des gastsystems einbinden kann. will man dateien mit dem gastsystem teilen, kann man ja diese shared directorys über die gasterweiterung einrichten, aber der zugriff auf diese geht in der virtuellen maschine immer sehr langsam (vm mit winxp, als gastsys. ubuntu 8,10 ) Sonst läuft die vm immer recht schnell. lg Danny
Dirk
18. Februar 2009Hallo Danny!
ich habe auf dem Host-System einen Samba-Server laufen mit meiner $Home-Freigabe. Im Gastsystem (Win XP) habe ich diese Freigabe dann “gemountet” und einem Laufwerksbuchstaben zugewiesen. So habe ich im Gast unter Z: immer Zugriff auf mein $HOME im Ubuntu. Wird es dadurch schneller?
Viel Spaß beim Basteln!
Guest
3. Juli 2010Fassen wir mal zusammen: Neuinstallation, nervige Updates und elende Anpassungen eingespart. Das hätte mich wenigstens zwei Tage meines kleinen Lebens gekostet. Für diese Anleitung würde ich Dir vielleicht sogar den Garten umgraben – da bin ich wenigstens an der Luft …
Dirk
6. Juli 2010Oh gern geschehen. Und das mit dem Garten erlasse ich Dir, da lässt meine Frau mich auch nicht rein ;)