Meine Eindrücke vom DrupalCamp Essen 2012
Nachdem nun auch Comm-Press und die Erdfische ihren Review zum DrupalCamp in Essen vom vergangenen Wochenende im Netz abgeliefert haben, wird schwer, nicht Letzter zu sein ;). Nachdem nun auch Comm-Press und die Erdfische ihren Review zum DrupalCamp in Essen vom vergangenen Wochenende im Netz abgeliefert haben, wird es schwer, nicht Letzter zu sein ;). Da es für mich ein sehr eindrucksvolles und lehrreiches Camp war, möchte ich Euch unbedingt davon berichten.
Ich bin am Freitag Abend gemeinsam mit Micha in Essen angekommen und unser erster Programmpunkt (nach Bezug des Zimmers im “Gasthaus Nordstern“) war der “soziale Vorabend” am Veranstaltungsort. Die Zeit habe ich gut genutzt, “alte” Bekannte wieder zu treffen und mit ihnen zu klönen. Von Vorteil war, dass das Unperfekthaus (worüber noch zu schwärmen sein wird) um 23 Uhr schließt und ich so rechtzeitig mein Hotelbett erreichen konnte.
Tag 1
Mein erste Camp-Tag begann mit de Session “Module mit Hilfe von cTools Plugins erweitern” von Ricardo Kelling. Interessante Anregung, für Erweiterungen nicht nur den Hook-Mechanismus zu nutzen, sondern die mit dem cTools-Modul bereitgestellten Plugin-Mechanismus einzusetzen. Das werde ich sicher in Kürze im eigenen Projekt testen.
Dann ging es zur Session “Entities and fields – New core concepts of Drupal 7“ mit Karsten Frohwein. Ein 40-minütiges Plädoyer für den Einsatz von Entities bei der Drupal-Programmierung: “Es muss nicht immer ein Node sein”. Wer nicht dabei sein konnte und einen Eindruck gewinnen will, wie viel Dynamik in Kars-Ts Session steckt, dem sein ein etwas älterer Drupalcenter Podcast mit ihm zum Nachhören empfohlen ;).
Weiter ging es mit Karstens zweiter Session “Profiling Drupal with devel and xhprof“. Ich benutzte bisher xdebug, um Resourcenfresser in einer Webanwendung zu finden und war entzückt, mit xhprof einen wohl einfacheren/schnelleren Weg zum Profilieren einer Webanwendung gezeigt zu bekommen. Schneller, weil mit xdebug Profilerd-Dateien erzeugt werden, die vom Webserver auf den Desktop und mit einem Programm visualisiert werden. Mit xhprof erledige ich das direkt im Browser, der Profiler liefert seine eigene Website zur Auswertung der Testläufe mit.
Von der Session “Smooth collaboration and deployment using features and git“ von S. Groetschel hätte ich mir mehr erhofft, als geboten wurde, der Vortrag ging nicht über die Grundlagen der Arbeit mit git und Drupal-Features hinaus. Leider habe ich damit die Session “Schau, Mutti, keine Programmierzeile“ verpasst.
Die Session “Drupal Deployment 2.0“ von Christian Schramm war dagegen ein Gewinn, gerade wegen der Ausblicke auf die Einrichtung eines Continuous Integration Servers und der quasi ständige Test der Webanwendung, was gerade in verteilten Teams von großem Wert ist.
Dann noch ein letzter Raumwechsel an diesem Tag und die Session “tmgmt Translation Management Tool” von Pascal Crott und Daniel Wehner. Da meine nächsten beiden Projekte die Erstellung einer zweisprachigen Website und Webanwendung sein werden, war diese Session ein Muss. Die Beiden stellten das beim kürzlichen Codesprint entstandene Modul “Translation Management Tool“, welches die Übersetzung von Inhalten einer mehrsprachigen Website revolutionieren soll — durch einen besseren Workflow innerhalb der Anwendung und die Einbindung externer Übersetzungsdienste.
Zum “dienstlichen” Abschluss des ersten Tages gab es für mich noch die Session “Frontend-Entwicklung mit SASS & Compass” von Andreas Dantz. Für mich als Sitebuilder und Backend-lastigem Entwickler war es eher eine Informationsveranstalung, aber die Vorstellung der Präprozessoren für die CSS-Generierung war schon erleuchtend und der Vortrag sehr kurzweilig.
Zum Abtrainieren nach all den Sessions und Drupal-Neuigkeiten gab es ein Drupal Jeopardy, bestens organisiert und moderiert von Mark Engelhardt und Ronald Krentz. Hochachtung auch für alle Kandidaten, die alles gegeben haben, aber nicht immer mit ihren Antworten richtig lagen. Ich wusste es fast immer besser, aber ich saß ja auch nicht im Rampenlicht und konnte die Fragen mitlesen…
Anschließend noch noch gemeinsames Biertrinken und allgemeines “Sozialisieren”. Schöner Ausklang eines schönen Tages. Um 23 Uhr ging es wieder zurück ins Gasthaus.
Tag 2
Der zweite Tag begann mit der Session “Drupal wird langsam, einige Möglichkeiten zur Verbesserung“ von Benjamin Wenderoth. Man merkte Benjamin gut an, dass er täglich mit dem Thema beschäftigt ist und er bei jeder Frage aus dem Publikum an nur das letzte Projekt denken brauchte. Und mit BOA stellte er einen schwergewichtigen Kandiataen für ein High-Performance-Drupal-Setup (uff!) vor. Wenn ich auch nicht den gesamten Ansatz an den Start bringe, so werde ich ihn mal in einer VirtualBox oder jiffyBox testen und aus dem Setup sicher viel lernen.
Als Vorbereitung auf mein nächsten Projekt gab es als nächste Session “Entity Translation” von Florian Loretan. Florian stellte einen neuen Ansatz zur Übersetzung von Inhalten einer Website vor. Im Gegensatz zur “klassischen” Node-Transalation (zwei Nodes in je einer Sprachversion, die auf einander verweisen) stellte er das mit D7 eingeführte System der Sprachversionen von Feldern innerhalb eines Nodes (besser: eines Entities) vor. Man kann bei jedem Feld definieren, ob es übersetzbar sein soll. Ich arbeite mittlerweile schon damit.
Meine letzte Session war Fredrik Lassens Beitrag “Drupal & node.js: erste Schritte“. Sehr beeindruckend, was mit serverseitigem Javascript so machbar ist, und wie leicht der Einstieg ist, wenn man sich etwas Zeit dafür nimmt. ich suche noch schnell einen schönen Anwendungsfall.
Leider mussten wir pünktlich zur Mittagspause das Camp verlassen und zum Zug. Schnell noch ein Gruppenfoto und ein Brötchen auf den Weg.
Das Camp war für mich ein tolles Erlebnis und ich werde noch einige Zeit brauchen, all das neue Wissen einzusortieren und in die nächsten Projekte einzubauen; Entities und Mehrsprachigkeit 2.0 habe ich schon mal angepackt.
Herzlichen Danke an das Orgateam um Nikolai Schwarz, die sicher hart gearbeitet haben, um das Event so auf die Beine zu stellen. Ihr ward wirklich hervorragende Gastgeber! Und danke an all die Sponsoren, die ein solches Community-Event mit Rundumversorgung erst möglich machen. Und Danke an die tolle Drupal-Community, die eine solche Lehrveranstaltung auch zum Familientreffen macht!
PS: Und ich hatte noch eine kleine Schwärmerei über das Unperfekthaus in Essen angekündigt, die Location für das DrupalCamp. Es ist ein tolles Haus und ein entspannter Veranstaltungsort — habe ich die Rundum-Versorgung erwähnt? Ich hätte gern mehr parallele Tracks gehabt, nur um noch mehr Räume zu sehen ;)



