Rostock von seiner besten Seite?

Rostock hat seit einiger Zeit einen erneuerten Webauftritt: http://rostock.de. Das war auch bitter nötig, für den vorherigen habe ich mich als (Neu-)Rostocker geschämt1.

Nun ist alles neu, aufmerksam wurde ich darauf via Bannerwerbung auf der FC-Hansa-Website. Ich war natürlich neugierig und zur offiziellen Visitenkarte unserer Hansestadt gleich hin gesurft. Und war ziemlich enttäuscht!

Zwischen all der Werbung ist kaum redaktioneller Anteil auszumachen. Die Seite ist unübersichtlich und in erster Linie Werbeplatz für Ostseewelle-Hitradio2, Norddeutsche Neueste Nachrichten, Yachthafenresidenz und Warnowtunnel.

Die großflächigen, patchworkartig angeordneten Werbeflächen sind teilweise kaum als solche erkennbar (siehe den Block “Luxus-Immobilien” im schmalen Inhaltsbereich).

Eben dieser Inhaltsbereich (also alles außer Banner, Navigationsleiste und Werbebanner) ist recht knapp ausgefallen. Da kommen wohl auf einem “normalen” Bildschirm ~20% des sichtbaren Bereichs zusammen.

Ein Klick auf einen beliebigen Link in der Navigationsleiste bringt einen auf einen neue Seite http://rathaus.rostock.de — dabei ist Rostock doch mehr als sein Rathaus! Und http://rostock.de/ sollte kein (reines) Rathaus-Sprachrohr sein. Für die Rathaus-Seiten wird ein neues Fenster geöffnet, ich bin weg von http://rostock.de/.

Für die Suche wurde einfach Google eingebunden. Somit bin ich nach der ersten Anfrage wieder weg von der “Homepage” und im weiten Internet, denn Google bietet mir gleich jedem menge Werbelinks an, die gar nic mit Rostock zu tun haben :-/

Gebaut wrde die Seite mit dem CMS Contentpapst der Berliner Firma http://sandoba.de, die ihr CMS als Standardsoftware bezeichnen:

Contentpapst ist ein leistungsstarkes und sehr flexibles Content-Management-System (CMS) speziell für kleine und mittelständische Unternehmen, Behörden und Organisationen. Mit dem CMS Contentpapst verwalten Sie Ihre Firmen-Homepage, Ihre Vereins-Webseite etc. zukünftig komplett per Browser, ohne zusätzliche Software!

Es kostet ~300€. Dafür kommt es ohne RSS-Feed und interne Suche aus.

Ein weiterer Höhepunkt ist die Datenschutzerklärung der Seite, dort steht natürlich nicht, dass die Besucher mit Google Analytics getrackt werden.

Fazit: Ich habe immer noch keine Visitenkarte meiner Stadt im Internet. :-(

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1 Wenn ich nach Infos über Rostock suchte und die Suchmaschine mir einen rostock.de-Link angeboten hatte, konnte ich ihn sicher ignorieren, weil er mit Sicherheit keine inhaltliche Relevanz für jede Suchanfrage hatte … Und das Webdesign hätte auch fast 10-jähriges Jubiläum gefeiert…

2 Bei einer “unabhängigen und überparteilichen” Stadt-Visitenkarte hätte ich wenigstens ein wechselndes Banner für all die Radiostationen und Lokalzeitungen erwartet ;)

Ich habe soeben die Seite besucht, die auch ich seit einiger Zeit nicht mehr auf dem Schirm hatte. (Vor allem weil sie kaum Mehrwert bietet) Und ich muss sagen, dass das ja wohl nur ein schlechter Scherz sein kann. Das kann doch nicht die offizielle Homepage der Stadt Rostock sein, oder?

Wenn man auf der Seite nach aktuellen Veranstaltungen in Rostock sucht, dann bekommt man eine unübersichtliche Liste von allem Möglichen… das können andere Seiten 1000mal besser.

Mein Fazit: Werde die Seite auch in Zukunft gepflegt ignorieren.

PS: Sollte man die Stadt einmal darauf Hinweisen, dass die Seite eine Katastrophe ist?

Grade über den Beitrag gestolpert.
“Dafür kommt es ohne RSS-Feed und interne Suche aus.”
Hmm, besser nochmal genau hinschauen (Demo). Das System hat sowohl eine komplexe Volltextsuche, als auch RSS-Feeds. Gerade wenn man das hier nutzt: http://www.sandoba.de/produkte/cms-contentpapst/module-cpforms/
Es muss aber natürlich nicht jedes Feature auf jeder Seite eingesetzt werden (wobei eine Suche eigentlich immer bestehen bleiben sollte)-